Energieausweis

Schon seit 2007 sind bei Neuvermietung bzw. Verkauf einer Wohnung Energieausweise vorgeschriebenen. Damit soll potenziellen Käufern bzw. Mietern einer Wohnung gezeigt werden, ob das Gebäude viel Wärmeenergie verbraucht oder ob eher niedrige Heizkosten zu erwarten sind. Ein Gutachten des Instituts für Städtebau, Wohnungswesen und Bausparwesen hat nun ergeben, dass die Angaben in verbrauchsbasierten Energieausweisen praxisnäher sind als die aufwendig in Bedarfsausweisen71 % aller bedarfsbasierten Energieausweise zeigen fehlerhafte Werte an. Meisten wurde der Energiebedarf des Gebäudes zu hoch berechnet.

Bessere Ergebnisse lieferndie auf gemessenen Verbrauchswerten von drei Abrechnungsperioden basieren. Das Gutachten empfiehlt der Regierungeiner Neufassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) die Wiedereinführung der Wahlfreiheit, wie es sie zwischen 2007 und 2009 schon mal gab. Gebäudeeigentümer sollen selbst wählen dürfen, ob sie einen teuren bedarfsbasierten Energieausweis erstellen lassen oder ob es nicht derpreiswerte verbrauchsbasierte EnergieausweisAngesichts der unabhängig bestätigten besseren Qualität von verbrauchsbasierten Energieausweisen ist dasselbstverständlich.

Ab wann ist ein Energieausweis vorzulegen?
Für Wohngebäude bis Baujahr 1965 werden Energieausweise ab dem 01.07.2008 verpflichtend, für alle anderen Wohngebäude ab dem 01.01.2009. Für Nichtwohngebäude (Gewerbebauten)beginnt die Verpflichtung ab dem 01.07.2009.

Wozu brauche ich einen Energieausweis?
Jeder Kauf- oder Mietinteressent für eine Wohnung oder ein Haus hat das Recht auf Vorlage eines gültigen Energieausweises durch den Verkäufer oder Vermieter. Mieter in bestehenden Mietverhältnissen haben dagegen keinen Anspruch auf einen Energieausweis. Ein Energieausweis ist also immer dann erforderlich, wenn ein Haus oder eine Wohnung verkauft, bzw. neu vermietet wird.

Was ist ein Energieausweis?
Energieausweise geben Auskunft über den Energieverbrauch pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr, ähnlich wie wir das schon von Energieeffizienzklassen bei Haushaltsgeräten oder dem Durchschnittsverbrauch von Fahrzeugen kennen. Damit sollen Kaufinteressenten für Eigentumswohnungen undfür Mietwohnungen eine objektive Information darüber bekommen, ob das Gebäude einen hohen oder einen niedrigen Energiebedarf hat. Die politische Erwartung besteht darin, Gebäude mit schlechten Energiekennwerten kenntlich zu machen, um so den Gebäudeeigentümer zu energetisch wirksamen Modernisierungen zu motivieren.

Wie lange gilt ein Energieausweis?
Energieausweise haben eine Gültigkeitsdauer von 10 Jahren. Wer dazwischen energetische Verbesserungen seines Gebäudes vornimmt, wird allerdings vor Ablauf von 10 Jahren einen neuen Energieausweis erstellen lassen, um die Vorteile gegenüber Käufern und Mietern auch nachweisen zu können.

Welche Folgen hat ein schlechter Energiekennwert?
Energieausweise dienen lediglich der Information. Das wurde bereits im Sommer 2005 im Energieeinsparungsgesetz ausdrücklich verankert. Kein Gebäudeeigentümer kann bei unzureichenden Kennwerten zur Gebäudemodernisierung gezwungen werden.

Wichtig zu wissen!
Seit dem 01.01.2009 benötigt ausnahmslos jedes Wohngebäude bei Verkauf oder Vermietung (auch einzelner Wohnungen) einen gültigen Energieausweis. Verstöße werden mit bis zu 15.000 € geahndet. Sorgen Sie vor!